Betrachtet man die Übersetzungen, die sich zur Zeit auf dem deutschsprachigen Markt befinden, kann man diese grob in zwei Kategorien einteilen: den klassischen, eher formalen und den kommunikativen Übersetzungstyp.
Zu den Bibelausgaben, die sich dem formalen Übersetzungstyp verpflichtet fühlen, gehören die Elberfelder Bibel und die Zürcher Übersetzung, mit Abstrichen und weniger ausgeprägt auch die Lutherbibel und die Schlachter-Übersetzung.
Die Bibelausgaben, die dem kommunikativen Übersetzungstyp (früher nannte man diesen Übersetzungstyp "dynamisch-äquivalent" oder auch "funktional") zuzuordnen sind, sind die "Gute Nachricht Bibel", die "Neue Genfer Übersetzung" sowie "Hoffnung für alle".
Für beide Übersetzungstypen gilt, was für jede Übersetzung unabdingbar, ja selbstverständlich ist: Sie streben eine möglichst optimale Entsprechung zum Original an.
Worin besteht nun die Entsprechung zum Original? Weniger in der Wiedergabe der einzelnen Wörter und Begriffe als vielmehr in der korrekten Wiedergabe des Inhalts. Wer einmal eine Fremdsprache erlernt hat, weiß, dass Inhalte von Aussagen und Texten in unterschiedlichen Sprachen anders wiedergegeben werden. So weichen Form und Inhalt in den verschiedenen Sprachen stark voneinander ab: Verschiedene Sprachen verwenden unterschiedliche Laute und Wörter, sie bilden Sätze auf ihre jeweils eigene Art und finden für ein und denselben Sachverhalt ganz unterschiedliche Ausdrucksformen.
Während der formale Übersetzungstyp eine größere Nähe zur Form des Ursprungstextes beabsichtigt und damit die Verstehbarkeit des übersetzten Textes deutlich geringer bewertet, versucht der kommunikative Übersetzungstyp, ohne eine unnötige Verfremdung den Inhalt eines Textes unmittelbar verstehbar zu machen. Er richtet sich in Wortwahl, Grammatik und Satzbau nach den Regeln der Zielsprache.
Für beide Übersetzungstypen gilt: Jeder übersetzte Text wird zunächst durch den Übersetzer in seinem Inhalt wahrgenommen und verstanden. Dies gilt ganz offensichtlich für den kommunikativen Übersetzungstyp, es gilt aber auch für den klassischen Übersetzungstyp: Einen Text zu übersetzen bedeutet zuerst zu versuchen, ihn zu verstehen.
"Hoffnung für alle" als eine kommunikative Übersetzung bemüht sich um eine optimale Verständlichkeit bei gleichzeitiger Treue gegenüber dem Inhalt des Originals. Sie will den Inhalt des Textes so gut verständlich machen, wie es dieser für den damaligen, hebräisch-, aramäisch oder griechischsprachigen Leser oder Hörer war.
